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Für Bewerberinnen und Bewerber

Arbeitszeit und Behandlungstakt in der Physiotherapie

Wie viele Patienten pro Tag realistisch sind, was der Takt mit der Arbeitsbelastung macht und welche Fragen im Bewerbungsgespräch wirklich etwas bringen.

Autorin
Nadine Martin, Inhaberin und fachliche Leitung
Aktualisiert
Aktualisiert am 01. Oktober 2026
Lesezeit
4 Minuten Lesezeit

Kurz beantwortet

Bei einem 20-Minuten-Takt und acht Stunden Arbeitszeit sind rund 20 Behandlungen am Tag möglich, bei einem 25-Minuten-Takt sind es etwa 16. Der Unterschied von vier Behandlungen klingt klein, entscheidet aber darüber, ob Befundung, Behandlung und Dokumentation in die Zeit passen oder in die Pause rutschen.

Wie viele Patienten behandelt eine Physiotherapeutin am Tag?

Bei einem 20-Minuten-Takt und acht Stunden Arbeitszeit sind rund 20 Behandlungen am Tag möglich. Bei einem 25-Minuten-Takt sind es etwa 16.

Vier Behandlungen Unterschied klingen nach wenig. Sie entscheiden darüber, ob Befundung, Behandlung und Dokumentation in die vorgesehene Zeit passen - oder ob die Dokumentation in die Pause rutscht und die Befundung beim zweiten Termin nachgeholt wird.

Was in einem Behandlungstakt wirklich passiert

Ein 20-Minuten-Termin besteht selten aus 20 Minuten Behandlung. Realistisch verteilt er sich so:

SchrittZeit
Abholen, umziehen, Lagerung2 - 3 Minuten
Nachfragen, wie die Woche war, Befund anpassen2 - 3 Minuten
Eigentliche Behandlung12 - 14 Minuten
Dokumentation, Verabschiedung, Raum richten2 - 3 Minuten

Bei 20 Minuten bleibt für die Behandlung selbst also gut eine Viertelstunde - wenn nichts dazwischenkommt. Bei 25 Minuten sind es rund 20. Das ist der Unterschied zwischen “behandeln” und “abarbeiten”.

Was den Takt in der Praxis kippt

Nicht der Takt allein entscheidet, sondern was sonst noch an Ihnen hängt:

  • Telefon. Klingelt es während der Behandlung und Sie gehen ran, ist der Takt weg.
  • Terminplanung. Wer selbst Folgetermine einträgt, verliert pro Patient ein bis zwei Minuten - das sind bei 16 Patienten eine halbe Stunde am Tag.
  • Rezeptprüfung. Falsch ausgestellte Verordnungen zu klären kostet Zeit, die in keinem Takt vorgesehen ist.
  • Ausfälle im Team. Springt niemand ein, werden Termine auf die Anwesenden verteilt.

Deshalb ist die Frage nach dem Takt nur die halbe Frage. Die andere Hälfte lautet: Wer macht den Rest?

Die drei Fragen fürs Bewerbungsgespräch

  1. Wie lang ist der Behandlungstakt - und gilt er auch, wenn jemand krank ist?
  2. Wer führt Terminbuch, Telefon und Rezeptprüfung?
  3. Wie viele Patientinnen und Patienten stehen an einem normalen Dienstag im Plan?

Die dritte Frage ist die wichtigste, weil sie sich nicht schönreden lässt. Ein Plan ist ein Plan.

Wie es bei uns läuft

Bei Rundum Gesund in Berlin-Wittenau gilt ein 25-Minuten-Takt. Terminbuch, Telefon und Rezeptprüfung laufen über vier ausgebildete Empfangskräfte - Therapeutinnen und Therapeuten gehen nicht ans Telefon und tragen keine Termine ein.

Fällt jemand aus, fängt das Team es auf: 20 Therapeutinnen, Therapeuten und Sporttherapeuten arbeiten an zwei Standorten. Genau das ist auch der Grund, warum Fortbildungen bei uns nicht nur bezuschusst, sondern tatsächlich freigestellt werden.

Was das für den Stundenlohn bedeutet, steht im Beitrag über das Gehalt in der Physiotherapie. Die offenen Stellen finden Sie unter Offene Stellen.